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Gebäude der Burg


Eine Burg besteht aus vielen Gebäuden
Über den Halsgraben führt eine Zugbrücke zum Torhaus. An zwei Brückengalgen ist die hölzerne Brückenpritsche mit schweren Eisenketten befestigt. Mächtige eichene Torflügel verschliessen nachts und im Kriegsfall den Zugang zur Burg. Ein Fallgatter im Torhaus sorgt für zusätzlichen Schutz.
Verlässt man das Torhaus, so steht man im Zwinger, Ein zweites Tor verwehrt den Zugang zum Burghof. Beide Tore sind mit Pechnasen versehen. Wer die Tore aufbrechen will, wird mit siedendem Wasser oder brennendem Teer begossen.

Bild:
weisser Pfeil ist die Pechnase
roter Pfeil ist der Eingang in den Zwinger

Bild: Fallgitter

Im Zwinger ist der Angreifer rundum eingeschlossen und fast wehrlos den Verteidigem ausgeliefert. Doch auch die zinnenbewehrten Zackenmauern oder die gedeckten Wehrgänge schützten einst die Burg. Es war fast unmöglich, eine gut gebaute Burg einzunehmen. Oft blieb dem Angreifer nichts anderes übrig, als die Burg so lange zu beelagern, bis die Bewohner ausgehungert waren. Durch das zweite Tor betritt der Besucher den inneren Hof.
Eine grosse Linde spendet im Sommer wohltuenden Schatten. Treppen führen auf den gedeckten Wehrgang, an dessen Ecken mächtige Mauern, türme zusätzlich Schutz und Uberblick gewähren. Zur linken liegen Gesindehäuser. Hier wohnen die Knechte und Mägde der Burg. Ein grosses Wiitschaftsgebäude mit Stagungen, Heuboden, Speichern und Kellern unterteilt den Burghof. Im hinteren Teil des Hofes steht der mächtige Bergfried, das älteste Gebäude auf der Burg. Er wurde als erstes gebaut. Später dann wurde die Burg um immer weitere Gebäude erweitert und durch eine Burg- mauer gesichert. An den Bergfried lehnen sich eine Kapelle und der Palas, das Wohnhaus der Ritterfamilie. Ein Ziehbrunnen spendet das lebenswichtige Wasser. Glücklich der Ritter, der auf seiner Burg Grund- oder Quellwasser im Brunnen fassen konnte. Nur zu oft waren die Sodbrunnen Regenwassersammler, in denen das Wasser lange stand und schal schmeckte.
Schnitt durch Ringmauer und Bergfried. Im Bergfried war oft ein Verlies (Gefängnis) untergebracht. Gefangene liess man mit einer Seilwinde in den meist fensterlosen Raum hinunter.

Darüber lagen einst die Wohnräume der Burgbewohner. Später, wenn die Burg erweitert wurde, dienten sie als Waffenkammern, Vorratsräume, Archive, Turmwärterzimmer ...

Ein Rittersaal war nicht immer sehr schmuckvoll. Oft waren sie ziemlich karg eingerichtet.