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Minnesänger


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Was Minnesänger berichteten
Die ältesten schriftlichen Erzählungen, Gedichte und Lieder stammen von den Minnesängem. Aus ihren Schilderungen erfahren wir viel über das Leben zur Ritterszeit. Sie haben kleine Gedichte geschrieben. Ein besonders reizendes ist ein Liebesgedicht:
Du bis min, ich bin din:
des sollst du gewiss sin:
du bist beslozzen
in minem herzen:
verlorn ist das slüzzelin:
du muost immer drinne sin
Der bekannteste unter den Minnesängem war der Ritter Walther von der Vogelweide. Er hat auch grosse Gedichte und Lieder geschrieben, die er auf Burgen und an den Höfen der Adeligen vortrug.
Die Minne war die reine Liebe des Ritters zu seiner Auserwählten. Durch Gedichte und Lieder versuchte er ihre Gunst zu erringen. Dieses Bild aus der Manessischen Liederhandschrift zeigt einen Ritter beim Minnedienst bei seiner künftigen Gattin.

Da die Minnesänger überall herumzogen, wussten sie auch viel Neues zu berichten. In der damaligen Zeit gab es keine Zeitungen. Man erfuhr vor allem durch Reisende Neuigkeiten aus der Welt. So wussten die Minnesänger über ferne Turniere zu erzählen, über Kriege, Königswahlen, Morde und andere Untaten. Sie berichteten, wie es den Christen im fernen Heiligen Land erging.
Vor allem diese Berichte erzürnten die christlichen Ritter in Europa. Als die Kirche zu einem Feldzug zur Befreiung Jerusalems von den "moslemischen Heiden" aufrief, zogen viele tausend Ritter ins Morgenland. Die Berichte der Minnesänger waren aber nicht nur gut. zwar konnte auf den Kreuzzügen das Heilige Land von den Arabern befreit werden. Aber um weichen Preis! Hunderttausende liessen ihr Leben. Manche Burg verlor ihren Herrn, wurde verlassen und verfiel. Auch wussten die Minnesänger immer mehr über die Städte zu berichten. Diese wurden immer reicher und mächtiger. Immer mehr Freie lebten in den Städten. Einige Städte hatten vom König sogar Freibriefe erhalten. Die Bürger wählten ihren Rat selber. Reiche Ritter zogen in die Stadt und kauften dort Häuser. Aber auch sie waren nur Bürger unter Bürgern. Auch sie mussten sich zur Wahl stellen, wenn sie in der Stadt mitregieren wollten! Als Lohn für ihren Gesang und für die Berichte erhielten die Minnesänger Essen, meist zusammen mit dem Gesinde in der Küche. Nur hin und wieder lud ein Ritter die Fahrenden an seine Familientafel. Auch Kleider schenkte man diesen verarmten Rittern. Und in einigen wenigen Fällen mögen sie für ihre Darbietungen auch Geld bekommen haben. Ein angenehmes Leben war das des Minnesängers sicher nicht!