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Burg-Steinbruch


Immer wieder hört man in Sagen von bösen Rittern, die ihr Volk unterdrückten.
Dieses erhob sich, belagerte die Burg, verschaffte sich Einlass und vertrieb den Ritter. Die Burg wurde dann meist zerstört. Die vielen Burgruinen landauf und landab scheinen diesen Geschichten recht zu geben In Wirklichkeit aber wurden vieleBurgen von ihren Bewohnern einfach verlassen, weil sie zu ungemütlich und unbequem waren, weil ein Rittersgeschlecht ausstarb oder weit die Einkünfte zu gering waren. Die Bauern der Umgebung nutzten die zerfallende Burg denn als Steinbruch für den Bau ihrer Häuser. Die Burgmauern zerfielen. Die Burg wurde zur Ruine
Burgen, die im Besitz reicher Städte waren, blieben aber meist erhalten. Sie waren Sitz der städtischen Vögte, bis fast 600 Jahre später eine neue Staatsordnung alle Bürgereinander gleichstellte.
Diese Burgen und die Burgen umsichtiger Adelsgeschlechter blieben bis heute bewohnbar. Sie sind Zeugen einer längst vergangenen, stolzen Zeit.
Das Brechen einer Burg war dagegen eine aufwendige Sache. Burgen waren fast immer wehrhaft gebaut. Sie lagen an einer Stelle, die man nur schlecht angreifen konnte.
Die Eroberung war nur durch lange Belagerung oder durch eine List möglich. Nur an wenigen Orten konnte man die Mauern direkt angreifen. Aufwendiges Kriegsgerät war dazu nötig.
Es gab Steinschleudern, Pfeilschiessmaschinen, Belagerungstürme, Rammböcke (Widder genannt) und "Katzen". Mit den Rammböcken versuchte man, die Tore aufzubrechen oder die Mauern auszuhöhlen. Im Schutz der Katzen konnte man einen Halsgraben auffüllen.
Oder man konnte sich der Mauer nähern, um sie aufzubrechen. Gefährlich für die Belagerer war es, die Mauer zu untergraben: sie bauten einen Tunnel unter die Mauer, die dann durch ihr Gewicht einstürzte. Meist blieb es aber bei der Belagerung. Man wartete ab, bis die Burgherren vor Hunger aufgaben. Manchmal dauerte das aber Monate, und oft ging den Belagerern die Geduld oder das Geld aus. Dann zogen sie unverrichteter Dinge wieder ab.